Rückblende:
Vor einiger Zeit unterhielt ich mich mit J. sprichwörtlich über Gott und die Welt. Die Stimmung war gelassen, es war Wochenende, und wir hatten Spaß. Zufällig und nebenläufig unterhielten wir uns über unser Fernweh und unsere besuchten und potentiellen Urlaubsziele. J. verriet, wohin es 2013 hingehen solle. Ich kommentierte das mit: "Ich beneide Dich!" Unsere Wege trennten sich wieder.


Zurück in die Gegenwart:
Nun... Der Angelsachse würde sagen "I was taken by surprise..."

Die Wahrheit ist in mancher Hinsicht viel tragischer....

Die eigentliche Jahreswechsel-Urlaubsplanung ist soweit abgeschlossen: Weihnachten nach guter alter Tradition bei Mutti (Familienfrieden bewahrt), Silverster spontan mit Bekannten in der "neuen" Heimat und mitte Januar zwei Wochen Thailand. Der Chef erlaubt sogar, ein paar Tage Alturlaub zu recyclen.

Doch dann... Dann kam der Absturz. Ich gestehe, ich habe eine Schwäche. Nein, J. wußte bis dahin nichts davon. Es war Wochenende. Party, Spaß, Alkohol. Viel Alkohol. Sehr viel. Und dann erzählte J. wieder vom Urlaub. Und ich sagte wieder, wie beneidenswert ich das finde. Und dann sagte J.: "dann komm doch mit!" Hoppala! Damit habe ich nicht gerechnet! Natürlich würde ich gerne, sagte ich, aber so einfach ginge das nicht. Mal eben vier Wochen Urlaub zu nehmen wäre ein wenig kompliziert, vor allem wenn man Projektverantwortung trägt. Ich habe aber angeboten, ein paar Tips zu geben und meine alten Unterlagen zur Streckenplanung zu sichten. Je mehr ich mich ins Gespräch vertiefte und je mehr ich von Neuseeland schwärmte, desto mehr entglitt mir die Kontrolle. Das merkte ich in dem Moment, wo J. quasi beiläufig erwähnte, daß es ein "dreckiger Abenteur-Backpacker-Trip" werden soll. Da war's um mich geschehen! Exakt diesen Ausdruck habe ich schon mehrfach gehört. Gehört? Naja... Ich selbst habe ihn mehrfach ausgesprochen! In diesem schwachen Moment konnte ich nicht anders, und habe pauschal zugesagt. "Mal sehen, was sich in der Maloche machen läßt."

Der nächste Tag war ernüchternd und voller Zweifel. Ich kenne J. ja kaum. Würden wir uns überhaupt verstehen? Vier Wochen auf engstem Raum, buchstäblich am anderen Ende der Welt? Und die Arbeit, die Projekte? Abgesehen davon ist der nächste größere Motorrad-Trip bereits in Planung... Andererseits... Da war dieses Kribbeln im Bauch. Und jeder auch noch so kleine Gedanke daran, wohin die Reise gehen könnte, verstärkte dieses Gefühl. Die innere Stimme schrie förmlich: "Warum nicht? Probiere es! Wenn nicht jetzt, wann dann?!?"


Das ist jetzt fast drei Wochen her. Zwischendurch hatte ich die Möglichkeit im nüchternen Zustand mit einer Freundin von J. zu sprechen, und anstatt mir den Wahnsinn auszureden, ließ sie verlauten, daß J. es durchaus ernst meinte. Tage vergingen, ich schielte auf die Flugpreise und auf meine alten Photos. Keine gute Idee, wenn man eigentlich nach Ausreden und Vorwänden sucht, um sich vorzulügen, warum man NICHT mitmachen sollte.

Langer Rede kurzer Sinn: Nach einigen Andeutungen im Team, wartete ich einen günstigen Zeitpunkt ab und ließ heute die Bombe endlich platzen. Die Projekte liegen günstig, der Zeitraum ist außerhalb der hiesigen Ferien. Ich erntete zwar ein paar schräge Blicke, doch die Argumentationskette hielt, und nun habe ich grünes Licht für vier Wochen Urlaub am Stück... Das war im Endeffekt einfacher als gedacht...


Ich schaue in den Spiegel und denke mir: "Beta, Du bist bescheuert. Total bescheuert!"
22.11.12 04:31


Nach dem Urlaub ist vor dem Urlaub. Dumm nur, wenn dieser in die Weihnachtszeit fallen soll. Dumm auch, wenn die Eltern eigentlich damit rechnen, daß man da ist. Und noch dümmer, wenn man eigentlich zwei Parteien (Eltern ausgenommen) quasi zugesagt hat.... O:-) Was nun? Was tun?

a) Weihnachten + Silvester bei Mutti
b) Wüstentrip + Tauchen über Weihnachten in VAE + Silvester in Dubai
c) Weihnachten bei Mutti + Silvester und ein paar Tage danach in Thailand?


Luxusprobleme, nicht wahr? :-S
18.10.12 02:26


"Schön, daß Du wieder heile zurückgekommen bist!" - diese Aussage hat mehr Sprengkraft als man vermuten könnte.

a) Sie stammt von Menschen, die mich eigentlich nur vom Sehen her kennen und nur zufällig mitbekommen haben, was ich vorhatte.

b) Sie deutet darauf hin, daß ich den Mitmenschen offensichtlich nicht komplett egal bin. (manchen zumindest...)

c) Sie bestätigt, daß das, was ich gemacht habe, für die meisten vermutlich jenseits jeglichen gesunden Menschenverstands gelegen haben muß.

d) Es ist offensichtlich nicht selbstverständlich, daß ich wieder da bin...

Ehrlichgesagt muß ich gestehen, daß ich diesmal meine Grenzen nicht nur verschoben sondern auch überschritten habe. Es gab Situationen, wo es mehr als knapp war, und wer weiß, wie die Geschichte hätte ausgehen können.


Würdest Du in Indien ein Motorrad mieten und auf eigene Faust zu zweit von Delhi ins Himalaya und wieder zurück fahren?


Lachulungla




Es ist sicherlich eine der verrücktesten Sachen, die ich in meinem Leben bisher gemacht habe... 8-)
27.9.12 04:09


So funktioniert das leider nicht. :-(

Ich kann meinen Gedankenmüll nicht entsorgen. (Jaja, ich weiß - eigentlich ein unpassender Ausdruck.)

Jemand hat mir mal gesagt, Menschen können sich nur dann ändern, wenn sie (sprichwörtlich) auf die Nase fallen und/oder etwas Traumatisches erleben. Auch wenn ich persönlich froh bin, mit dieser Person nicht mehr zu tun zu haben, so muß ich ihr in dieser Hinsicht dennoch zustimmen.

Mehrmals habe ich mich gerade noch so "durchgewurschtelt". Knapp war es... Mehr als knapp. Was ich daraus gelernt habe? Gute Frage... Eigentlich, daß es so (wie bisher) nicht weitergehen kann. Andererseits... Es hat letztendlich doch noch immer geklappt...

Nach jeder Beinahe-Katastrophe schwor ich mir, daß ich mich bis zum nächsten Mal ändern würde. Ehrlich gesagt hat sich danach nie viel getan. Höchstens eine kurze Zeit lang könnte man von einer Verhaltensänderung reden, danach fiel ich in die allseits bekannten Muster zurück. Metaphorisch ausgedrückt, bin ich (gefühlt) gestolpert. Aber gefallen? Neee....

Die zentrale Frage ist demnach nicht OB, sondern WANN es kracht.

Der Strudel ist definiv da. Und wie die Kometen um die Sonne, so kreise ich um diesen Strudel herum - auf einer elliptischen Bahn: manchmal mit dem Gefühl, ihm entkommen zu sein, um im Scheitel zu merken, daß es leider doch kein Entrinnen gibt. Das Problem ist, daß die Zeit gegen mich arbeitet. Jede Umkreisung kostet Energie. Und jedes Mal komme ich diesem schwarzen Loch immer schneller entgegen und immer näher. Eigentlich dürfte das "Problemchen" gar keines sein, denn ich habe ein stabiles soziales Netz. Doch weiß tragischerweise niemand davon. Die Leute kennen mich nicht anders als gutgelaunt, und die Distanz zu den Leuten, die mich durchschauen könnten, ist mittlerweile sowohl körperlich als auch geistig zu groß... Im Endeffekt habe ich für letzteres selbst gesorgt, denn es beruht auf Gegenseitigkeit - etwas was ich momentan nicht bedingungslos erwidern könnte. :-(


Na, wie auch immer...

Eine Mauer füllt mein Sichtfeld. Von rechts nach links. Komplett. Wider besseres Wissen rase ich mit Maximalgeschwindigkeit darauf zu. Es ist nichts Neues für mich. Seit Jahren ist es so... Bisher gab es im letzten Moment immer eine Lücke, wo ich ungebremst hindurchschlüpfen konnte. Ich bin zwar nicht ohne innere Schrammen, Kratzer und Dellen davongekommen, aber es hat bisher immer geklappt. Was ich allerdings nicht mehr leugnen kann und was mir Stirnrunzeln bereitet, ist eine gewisse Neugier... Eine Neugier, die eigentlich gar nicht da sein dürfte... :-/
19.7.12 03:25


(Jetzt im dritten Anlauf...)

Stell Dir vor, ein Mensch verschwindet. Einfach so. Von jetzt auf gleich. Ohne Ankündigung und ohne Abschied. Und dann stell Dir vor, daß die hauptbetroffene Person vom Fach ist, sprich: sie ist speziell für die Vermißtensuche ausgebildet. Trotz Großeinsatz bleibt die Ungewißheit. Und nach ein paar Tagen wird die Statistik trotzdem bestätigt. Ironie des Schicksals...? Warum bloß...? Diese Fragen bleiben unebantwortet, denn die Person, die es könnte, ist nicht mehr. Und auch wenn ich die Hintergründe überhaupt nicht und die Akteure kaum kenne, was bliebt, ist zumindest bei mir eine ungeheure Wut und Unverständnis.

Eigentlich könnte es (und sollte es mir womöglich sogar) egal sein. Doch so einfach ist es nicht. Die Geschichte hat mir die letzten Tage sprichwörtlich den Schlaf geraubt. Selbst wenn ich wollte, ignorieren kann ich das nicht... Nicht seit einem bestimmten Tag vor Ewigkeiten, an dem ich eine mir äußerst wichtige Person vor einer Riesendummheit bewahrt habe. Wie auch immer... Die familiäre Tragödie ganz außen vor lassend und die möglichen persönlichen Gründe ignorierend - ganz egoistisch betrachtet, müssen meine Kollegen und ich nun einen längeren Ausfall einer weiteren äußerst wertvollen Arbeitskraft verkraften. Die letzte Rille... *seufz*
10.5.12 02:40


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