Manchmal, da wünsche ich mir einen großen roten Knopf. Einen von der Sorte, wo man mit voller Wucht draufhauen kann, ohne daß etwas Schlimmes passiert. Und wenn ich dann draufhaue, dann wünsche ich mir, daß die Welt einfach stillsteht. Wie der Pause-Knopf auf der Fernbedienung. Oh ja... Einfach mal Pause machen... Not-Aus! Dieses Verf*****..., ähm verflixte Chaos einfach mal anhalten. Für ein paar Tage. Solange, bis ich alles wieder im Griff habe...


*seufz*
6.5.12 05:51


Es herrscht ein Sandstrum. Wild wirbelt der Wind die kleinen Körner umher. Manche kleben aneinander, gehalten von einer mystischen Kraft. Kleine und große Klümpchen bilden sich. Andere kollidieren miteinander. Manchmal so heftig, daß sie miteinander verschmelzen. Oder sie spalten sich gegenseitig, grandiose Explosionen hervorzaubernd. Gerade noch ein Teil von Diesem, jetzt ein Teil von Jenem. Es gibt Verbindungen, Parallelen, Anziehungskräfte, Abstoßrekationen... Blitz und Donner sorgen für die Dramaturgie. Eigentlich kann man kaum etwas erkennen, denn die Sicht ist getrübt. Und dennoch hat das alles einen Sinn. Alles ist ein Teil einer grandiosen Choreographie. Denn jedes Körnchen ist ein Augenblick, eine winzige Erinnerung. Ich blicke herab und erkenne die Zusammenhänge und ab und zu vielleicht sogar das Ganze. Doch wenn mich jemand fragt, dann geht es nicht. Wie soll man jemandem erklären, daß das, was da gerade auf dem Schirm sichtbar ist, kein Rauschen sondern das eigentliche Programm ist? Wie sortiert man am besten ein multidimensionales Chaos?
3.5.12 01:14


Reden wir mal über den Ist-Zustand... Ab und zu schafft es ein Traum, sich nicht nur in mein Gedächtnis hineinzubrennen, sondern mich auch ein wenig aus der Bahn zu werfen. Ich frage mich, wie zwei kleine allgegenwärtige und alltägliche Fragen es schaffen, meine Gedankenmaschine wie ein Perpetuum Mobile mit schier unendlicher Energie zu versorgen und diese für eine nicht unerhebliche Zeitspanne total auszulasten.


"Wie geht es Dir? Bist Du glücklich?"
Die offizielle Antwort ist kurz und kommt wie aus der Pistole geschossen: "Klar! Alles bestens!" Die Welt ist oberflächlich, und das alltägliche Drama gehört samt Krieg und anderen Katastrophen ins Fernsehen, in die Kinos oder - von mir aus - auch Bücher. Das eigene Ich soll sich den Nächsten gegenüber möglichst perfekt und makellos darstellen, aufgepeppt durch Erfolg und Abenteuer. Daher täuschen wir öfters etwas vor, lügen uns an und erzählen Halbwarheiten - nur um den schönen Schein aufrecht zu erhalten. Ehrlichgesagt bin ich da vermutlich nicht besser als die Mehrheit, niemand gibt gerne seine Hypokrisie zu. Daher frage ich eigentlich ungern meine Mitmenschen, wie es ihnen geht. Ich scheue das Risiko, daß jemand aus der Reihe tanzt und mir etwas erzählt, worauf ich lieber verzichten würde. Der Blick in die Vergangenheit zeigt, daß ich damit nicht gut zurechtkomme. Die Gabe, Abgründe in den Augen meiner schweigenden Mitmenschen zu erkennen, ist gleichzeitig auch ein Fluch.

Und wie sieht der Status Quo bei mir nun wirklich aus? Der echte und inoffizielle? Kurzgesagt: undefinierbar. Möglichst verständlich: mein Zustand gleicht demjenigen von Schrödingers Katze. "Alles bestens!" ist genausowenig gelogen wie "mir geht's richtig schlecht" der ganzen Wahrheit entsprechen würde. Es ist ein wenig kompliziert...
25.4.12 01:33


Als ich vor drei Jahren hier die Tür hinter mir zuzog, tat ich das mit dem guten Gefühl, die größten Turbulenzen endlich hinter mir gelassen zu haben. Natürlich war das Zukunftsbild alles andere als sonnig, verschlang doch die Wirtschaftskrise einen großen Teil unseres Planeten wie ein hungriges Monster. Dennoch hatte ich die Zuversicht, es würde... Naja, am Ende... Da würde es schon werden... Irgendwie. *schmunzel* Ja, ich weiß... Eigentlich eine naive Vorstellung. :-)

Die Vergangenheit hat mich gelehrt, daß ich kein Mensch bin, der konkrete Pläne schmieden UND diese auch immer zuverlässig umsetzen kann. Allerdings bin ich genausowenig ein Mensch, für den ein Leben in den Tag (oder besser gesagt die Nacht) hinein einen gangbaren Lebensweg darstellt. Wie vermutlich die meisten von uns, bin ich ein Wesen mit Träumen, Wünschen und Sehnsüchten, was letztendlich zu einer groben Vorstellung führt, wie das eigene Leben aussehen sollte.


Der Blick in den Rückspiegel auf die letzten drei Jahre verzerrt mein Gesicht - seufzen und schmunzeln ist gleichzeitig schwer möglich. Es ist soviel und doch sowenig passiert. Hätte man mir damals gesagt, was ich alles erleben würde, müßte ich den Finger heben und ein paar Male lautlos gegen die Stirn klopfen. Es ist schon geworden... Irgendwie. Ich bin hier. Immernoch. *schmunzel* Aber ich bin definitiv nicht da, wo ich meinen Wünschen und Sehnsüchten nach sein sollte. :-)

Es hat sich soviel aufgestaut, daß es einfach herausquillt. Ich weiß, Melancholie macht sich breit. Manchmal. Vor allem Nachts... Die Nächte sind am schlimmsten... Sie rauben mir den Schlaf...
18.4.12 04:04


Der Blick voller Optimismus nach vorn gerichtet, der Fuß am Gaspedal kräftig drückend, der Hintern fest in den bequemen Sitz gepreßt. Lässig umschließt die Hand das Lenkrad, stets den Weg gen Zukunft folgend. Links und rechts rauschen Landschaften vorbei, und im Rückspiegel verschwindet die Vergangenheit hinterm Horizont. Kein Zweifel, die Person am Steuer hat ihr Gefährt auf der Autobahn des Lebens voll im Griff.

Und auf mich übertragen? Im Groben und Ganzen paßt diese Beschreibung, doch der Teufel steckt mal wieder im Detail. Mein Handgriff ist für so maches Schlagloch zu locker, nicht wenige Kurven für den Bleifuß zu eng und die Beschilderung für einen echten Fortschritt streckenweise zu schlecht. Die Reservelampe könnte ihre eigenen Geschichten durchblinken. Das Resultat ist ein ramponiertes Gefährt, welches je nach Betrachtungsweise einer Verschrottung, einer Generalüberholung oder zumindest einer Wäsche würdig wäre...

Ich denke, damit ist der Prolog des weiteren Teils im wiederbelebten Blog komplett. :-)
14.4.12 05:38


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